Chronik

50 Jahre Krahl Reisen

Vom Milchwagen zur Bustouristik!

Im Kindesalter verschlug die Vertreibungswelle den in Wallisfurth / Schlesien geborenen Alfons Krahl auf einen Bauernhof in Rüdershausen. Seine Liebe galt Traktoren und technischen Gerätschaften. Mit 20 Jahren erwarb er den Lkw-Führerschein, trat für 4 Jahre in ein Dienstverhältnis bei der Firma Latex, ehe er als Sanitätsfahrer einer englischen Transporteinheit im Jahre 1956 nach Oldenburg versetzt wurde.

Fehlendes Kapital konnte seinen Drang nach Selbstständigkeit nicht bremsen und im Herbst 1957 pachtete er ein Grundstück an. Ein Traktor und zwei Milchwagenanhänger wurden angeschafft und das neu gegründete Fuhrunternehmen bekam ausreichend Aufträge durch die ortsnahe Molkerei. Alfons Unternehmerdenken bewegte sich vorerst nur auf dem Traktorsektor und schon bald vergrößerte er den Fuhrpark um 2 Lkw und einen Kipper. Zum Nahverkehr für Baumaterialien kam als zweites Standbein die Müllbeseitigung in Oldenbrok. Gesundes Wirtschaften ermöglichte bereits 1965 den Kauf des heutigen Betriebsgeländes.

Die Geburtsstunde des Touristikunternehmens begann 1964 mit dem Erwerb des Busführerscheins durch den Betriebsinhaber und der Anschaffung eines Linienbusses. Dieser wurde für alle möglichen Vereinsfahrten und Ausflüge eingesetzt. Nach der Übernahme des Linienverkehrs Ovelgönne-Neustadt-Brake kamen durch Schulen und Bundesbahn verstärkt Anfragen nach attraktiven Buszielen. Ein Ereignis aber stellte die Weichen für die zukünftige Programmgestaltung: Aus kollegialer Hilfe reiste Alfons Krahl zum ersten Mal nach der Vertreibung in seine Heimat Schlesien.

Trotz teilweise abenteuerlicher Verhältnisse und dem Reiserisiko wurde 1969 die erste Schlesienreise in die Grafschaft Glatz ausgeschrieben. Das Echo überstieg alle Erwartungen. Die Schlesienreisen wurden zum wichtigsten Standbein des Busprogramms. 100 Reisen pro Jahr und mehr waren keine Seltenheit. Familie Krahl besaß ein Halbjahresvisum und konnte auftretende Probleme jederzeit lösen. Krahl-Busse waren an der Grenze bekannt und nur selten hatte man Wartezeiten von mehr als einer Stunde. Für Pkw-Reisende werden alle notwendigen Buchungen getätigt und wer sein Quartier bei Verwandten hat, kann selbstverständlich auch mit dem Krahl-Bus reisen.

Der Kunde ist König! Diese Devise hat sich z. B. in Warschau bestätigt, als einem Kunden der Reisepass gestohlen wurde. Für die Ausreise musste sofort ein neuer Reisepass beschafft werden. Die Behördendame war nicht gewillt, Alfons Krahl zu helfen und wimmelte ihn ab. Alfons aber verfolgte sie hartnäckig bis zur Wohnungstür und nervte sie so lange, bis ihm spätabends Ersatzpass und Visa ausgestellt wurden.

Am 01.01.2002 hat Peter Krahl das Unternehmen seiner Eltern übernommen und beschäftigt heute 15 Mitarbeiter. 10 Busse sind für den Linien- und Reiseverkehr im Einsatz.

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